Boris von Brauchitsch

SEXWORK

Kunst Mythos Realität
Eine Berliner Kunstausstellung

Ein Blick in die Kunstgeschichte zeigt, dass Prostituierte, gern und oft als Medien genutzt worden sind, mit denen (männliche) Künstler das eigene Verhältnis zum Körper der Frau, zur männlichen Sexualität oder zu gesellschaftlichen und religiösen Tabuisierungen zu erforschen versuchten. Dabei herausgekommen sind Stilisierungen von Sexarbeiterinnen zu gefallenen Engeln, zu Huren und Heiligen oder Beschreibungen von Prostituierten als verführerische Frauen, denen die Männer hilflos ausgeliefert seien. Dem gegenüber steht das weit verbreitete Klischee der Darstellung der Prostituierten als Opfer. Selten bis gar nicht thematisiert wurden dagegen die Freier, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und das Verhalten derer, die an der Sexarbeit mitverdienen.

Die Ausstellung SEXWORK Kunst Mythos Realität, die von einer Arbeitsgruppe der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst konzipiert und realisiert wurde, ist als ein Kommentar zum Thema Sexarbeit zu verstehen. In ihr sind Arbeiten zur Prostitution versammelt, die voyeuristische Perspektiven vermeiden und das Thema in ein neues differenzierendes Licht rücken. 

Das Spektrum der Themen reicht von selbstbewusster Sexarbeit bis hin zu aktuellen Formen von Arbeitsmigration, Zwangsprostitution und Sextourismus. Es geht um die Freier ebenso wie um die Sexarbeit von Männern und Transsexuellen. Sowohl in einzelnen künstlerischen Arbeiten als auch im umfangreichen Begleitprogramm wird die Frage behandelt, ob und wie die Kunst der Komplexität des Themas in der Realität gerecht zu werden vermag.

Zurück zur Übersicht