Boris von Brauchitsch

Fux. Fährten

herausgegeben von Boris von Brauchitsch mit Textbeiträgen von Matthias Frings und Julia Kissina

Drei neoromantische Punks über den Dächern von Berlin, die Blicke sind weit, die Klamotten selbstgenäht. Dann ein Ausflug in Industriebrachen, verlassene Bahnhöfe, menschenleere Dörfer. Was Andreas Fux in diesen frühen Bildern artikuliert, sind die gelungenen Versuche, den engen DDR-Alltag für Momente hinter sich zu lassen. Jahrzehnte später, auf Cuba, holt ihn die Südsee-Variante dieses Ost-Ambientes auf verblüffende Weise wieder ein.

Dazwischen der Augenblick, als der Ost-Berliner Fotograf nach dem Mauerfall vor der eigenen Haustür eine neue Welt entdeckte. Die Club-Szene mit ihren Nachtgestalten und tätowierten Körpern, sorgsam und geradezu steril im Studio ausgeleuchtet, dessen weiße Flächen eine maximale Freiheit der Entfaltung versprechen.

Fux. Fährten legt eine sensible fotografische Spur. Fluchten, Abenteuer, Rausch und Selbstbestimmung visualisiert in zwei politischen Systemen, drei Jahrzehnten und mit einem feinen Gespür für die Resonanz der Melancholie.

Edition Braus, Berlin 2014    ISBN 978-3-86228-113-8

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