Boris von Brauchitsch

2010
Goodbye London | Radical Art and Politics in the Seventies
Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin. In Zusammenarbeit mit Peter Cross, Astrid Proll und Jule Reuter

Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Niedergangs Großbritanniens entwickelte sich eine vitale Politszene, die immer wieder auch in den leerstehenden Häusern, die von bis zu 30.000 Besetzern neu genutzt wurden, eine provisorische Heimat fand. Es entstanden Kunst- und Filmkollektive, die zur Immobilienspekulation, zur Eskalation des Nordirlandkonflikts, zu den Streiks in den Betrieben und zur Gay Liberation Position bezogen und aktiv eingriffen. Der Aufbruch währte bis zur Machtübernahme Margaret Thatchers 1979, die den Neoliberalismus einläutete und die Ära des Radical London beendete.

Die Ausstellung veranschaulichte das Potential, das aus einer Krise erwachsen kann, beleuchtete die Möglichkeiten und Grenzen der Radikalisierung und machte mit Filmen von Derek Jarman, Stuart Brisley und David Hall, mit Fotografien von Homer Sykes, Nick Wates und Jon Savage, mit Collagen von Jo Spence, Margaret Harrison und Peter Kennard auf ein London aufmerksam, das zumindest in Deutschland bis heute weitgehend unbekannt geblieben ist.

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